Hüftgelenk 2017-06-22T09:57:13+00:00

Hüftgelenk

Säuglingshüften

In Deutschland werden alle Säuglingshüften in den ersten drei Monaten routinemäßig untersucht, um eine sogenannte Hüftgelenksdysplasie, eine Minderausbildung der Hüftgelenkspfanne, frühzeitig zu erkennen. Durch diese flächendeckenden Untersuchungen (Hüftgelenksscreening) können sonographisch sehr einfach eine zu kleine und steil stehende Hüftgelenkspfanne erkannt werden. In diesem Fall erfolgt die Versorgung mit einer sogenannten Spreizhose, um den Hüftkopf optimal zentriert einzustellen, damit sie die bereits knorpelig angelegte Pfanne auch ausreichend ausbilden kann und der Hüftkopf nicht im oberen Anteil der Pfanne zerdrückt.

In seltenen Fällen kommt es zu einer Teilverrenkung oder Verrenkung des kindlichen Hüftgelenkes, sodass dann eine zunächst Streckbehandlung des Hüftgelenkes, in der Regel stationär, stattfindet und in seltenen Fällen bei kompletter Verrenkung sogar eine offene Einstellung des Hüftgelenks erfolgen muss.

Das sogenannte Hüftgelenksscreening wird ausschließlich durch Herrn Dr. Rauch, der den Zusatz „Kinderorthopädie“ hat, durchgeführt.

Kinder und Jugendliche

Daneben gibt es auch andere Hüftgelenkserkrankungen bei Kindern, wie z.B. die Coxitis fugax, den Hüftschnupfen des Kindes, der in der Regel 1 – 3 Wochen nach einem Infekt auftritt und wieder abklingt, aber auch andere Hüftgelenkserkrankungen, wie z.B. Durchblutungsstörungen sowie Aufbaustörungen des Hüftkopfes (Morbus Perthes), der bei jungen Kindern auftritt und frühzeitig behandelt werden muss. Während der Hüftschnupfen (Coxitis fugax) des Kindes nach einigen Tagen wieder abklingt, ist die Behandlung des Morbus Perthes oft sehr langwierig und richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und der Fehlform des Hüftkopfes.

Im Jugendlichenalter treten auch sogenannte Hüftkappenlösungen auf. Hier kommt es zu einer Lösung und teilweise auch einem Abrutschen des Hüftkopfes in der Wachstumsfuge des Gelenkes. Es gibt eine akute Form mit starken plötzlich eintretenden Schmerzen, aber auch eine schleichende Form, die anfangs häufig nicht erkannt wird. Beide Formen der Hüftkappenlösung (Epiphyseolysis capitis femoris) müssen unbedingt verifiziert und operativ behandelt werden.

Hüftgelenkserkrankungen

In der Praxis werden alle Hüftgelenkserkrankungen behandelt. Durch eine klinische Untersuchung kann festgestellt werden, ob z.B. eine Schleimbeutelentzündung über dem Rollhügel (Trochanter major) des Hüftgelenkes vorliegt oder ob ein beginnender Hüftgelenksverschleiß besteht. Weiterhin gibt es auch noch andere chronische Ansatzreizungen der Sehnen am Hüftgelenk. Eine weitere häufige Erkrankung, sicherlich auch durch die zum Teil extreme Belastung der Kinder im Jugendalter durch den Sport, besteht in einem sogenannten femoro-acetabulären Impingementsyndroms des Hüftgelenkes. Hier kann es bei bestimmten Fehlformen des Hüftgelenkes, z.B. sehr ausgeprägtem Schenkelhals oder knöchern sehr weit überstehender Hüftgelenkspfanne, zu einer mangelhaften Beweglichkeit des Hüftgelenkes mit entsprechenden Schmerzen kommen. Radiologisch kann bereits der Verdacht geäußert werden, häufig muss aber eine Kernspintomographie durchgeführt werden. Diese Erkrankung wird in der Regel durch Hüftgelenksarthroskopie behandelt, in dem der knöcherne Pfannenrand getrimmt (verkleinert) wird oder der Schenkelhals mehr tailliert wird.

Daneben gibt es eine Vielzahl von Verletzungen, wie z.B. knöcherne Ausrisse der Sehnenansätze am Hüftgelenk, sogenannte Apophysenrisse, wo die Sehne über einem Knochenkern am Knochen ansetzt und der Knochenkern in der Wachstumsfuge einreisst.

Hüftgelenksverschleiß (Arthrose)

Eine häufige orthopädische Erkrankung ist der Hüftgelenksverschleiß, der häufig schleichend beginnt und dann bei Zunahme der Arthrose in der Regel zu stärkeren Schmerzen und schmerzhafter Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes mit Kapselreizerscheinungen führt. Die Abklärung erfolgt in der Regel durch ein Röntgenbild und die klinische Untersuchung des Hüftgelenkes mit Nachweis einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes. Therapeutisch kann bei Frühform ohne knöcherne Fehlstellung eine Injektionsbehandlung sowie eine krankengymnastische Dehnungsbehandlung durchgeführt werden. Sollten knöcherne Fehlstellungen, wie z.B. ein zu flach eingestellter Schenkelhals, Coxa vara oder andere Fehlstellung vorliegen, kann ggf. auch eine Umstellungsoperation erfolgen.

In der Regel sind häufig ältere Patienten betroffen und es kommt zu einer Zunahme des Gelenkverschleißes, dann auch mit bereits bei geringen Belastungen auftretenden Schmerzen, Ruheschmerzen und Einschränkung der Lebensqualität. Zeigt sich radiologisch ein entsprechender Befund mit deutlichem Aufbrauch des Knorpels und Verschmälerung des Gelenkspaltes, ist die Indikation zu einem künstlichen Hüftgelenk zu stellen. Dieser operative Eingriff des Hüftgelenkes wird von Herrn Kollegen Nickel an mehreren Kooperationskrankenhäusern durchgeführt. Herr Kollege Nickel setzt hierbei das moderne Verfahren des minimal-invasiven Zuganges ein, in dem sehr schonend durch Beiseiteschieben der Muskulatur, statt der Durchtrennung und Ablösung der Muskulatur, das Hüftgelenk dargestellt wird und wenn es geht eine Kurzschaftprothese eingesetzt wird. Dadurch sind die Patienten sehr schnell wieder beweglich und fit und profitieren sehr von dem Eingriff. Der Eingriff wird grundsätzlich stationär durchgeführt. Eine Rehabilitationsmaßnahme kann direkt im Anschluss in einer Rehaklinik durchgeführt werden oder – wenn die Patienten entsprechend jung und versorgt sind – auch im Rahmen einer ambulanten Rehabilitationsbehandlung.

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