Bei der Osteoporose handelt es sich um eine generalisierte Knochenerkrankung, bei der es in der Regel über einen längeren Zeitraum zu einem Verlust des Kalksalzgehaltes kommt. Folge ist der Verlust der Festigkeit der Knochen, die schließlich porös werden und brechen können. Der meist langsame Knochenabbau bleibt häufig lange Zeit unbemerkt. Erst bei Eintritt eines Knochenbruches kommt es durch das Auftreten akuter Schmerzen zu der häufig erst spät diagnostizierten Diagnose einer Osteoporose.
Bei einer fortgeschrittenen Osteoporose treten die Knochenbrüche häufig ohne stärkere äußere Einflüsse auf. Starke Muskelanspannungen, wie z.B. bei schwerem Heben oder starkem Husten, können bereits ausreichen, um einen Knochenbruch - häufig sind es Rippen- oder Wirbelbrüche - zu bedingen. Bei älteren Menschen können leichte Stürze zu einem Oberschenkelhalsbruch führen.
Bei einem gesunden Knochenstoffwechsel steht der lebenslang stattfindende Knochenaufbau und Knochenabbau in einem Gleichgewicht. Bei älteren Menschen führt die allgemein verlangsamte Stoffwechselaktivität zu einem leichten Überwiegen des Knochenabbaus gegenüber dem Knochenaufbau. Dieses führt zu einem natürlichen leichten Knochenabbau im Alter.
Bei der Osteoporose dagegen ist der Knochenabbau im Vergleich zum Knochenaufbau derart gesteigert, dass ein relativ hoher Knochensubstanzverlust resultiert. Da häufig Frauen nach Eintritt der Wechseljahre von einer Osteoporose betroffen sind, wird eine hormonelle Ursache als möglicher Auslöser für den Knochenschwund angenommen. Eine eindeutige Ursache der Osteoporose ist in den meisten Fällen jedoch nicht geklärt.
Dennoch ist die Osteoporose keine typische Frauenkrankheit. Von den über 5 Mio. Osteoporosekranken in Deutschland sind knapp 20% der Betroffenen Männer.In seltenen Fällen ist eine Osteoporose durch eine anderweitige Ursache - meist handelt es sich um Stoffwechselerkrankungen - begründet. Eine sorgfältige Diagnostik einschließlich Laboruntersuchung sind aus diesem Grund unabdingbar.
Die Osteoporose ist eine sehr häufige Erkrankung. Fast jede zweite, heute 50jährige Frau wird im Laufe ihres Lebens von einem osteoporotischen Knochenbruch betroffen sein. Die Folgen von Wirbelkörperfrakturen sind nach den akuten Schmerzen häufig dauerhafte Verformungen der Wirbelsäule, die zu chronischen Schmerzzuständen und Beeinträchtigungen der Lebensqualität führen können. Nach einem Bruch des Oberschenkelhalses ist jeder zweite Patient dauerhaft in seiner Gehfähigkeit eingeschränkt.
Das Ziel der Behandlung der Osteoporose ist die Prophylaxe.Leider wird eine Osteoporose oft erst mit Eintritt der ersten osteoporotischen Fraktur entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt handelt es sich bereits in den meisten Fällen um eine fortgeschrittene Erkrankung, bei der häufig nicht mehr die Beschwerdefreiheit erzielt werden kann. Es ist daher das Ziel, die Osteoporose frühzeitig zu erkennen.
Insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren (weibliches Geschlecht, Eintritt der Wechseljahre, familiäre Belastung, Nikotinabusus, geringe körperliche Aktivität und Sturzrisiko) ist die Durchführung einer Knochendichtemessung anzuraten. Es werden unterschiedliche Knochendichtemessverfahren angeboten. Als sogenannter Gold-Standard zählt die sogenannte DXA-Methode (Dual Energy X-Ray Absorptiumetry), ein Messverfahren, das ohne hohe Strahlenbelastung eine Beurteilung der Knochendichte im Lendenwirbelsäulen- und Schenkelhalsbereich ermöglicht. Eine DXA-Messung kann auf ihren Wunsch in unserer Apparategemeinschaft zur Osteoporosediagnostik, die sich direkt neben unserer Praxis befindet, durchgeführt werden.
Eine Beurteilung der Knochendichte im normalen Röntgenbild ist unzureichend, da eine Osteoporose erst bei einer Abnahme der Knochenmasse von über 30 % auffällt.
Ziel der Behandlung ist in jedem Fall der Versuch, den Knochenverlust so schnell, wie möglich zu stoppen. Körperliche Bewegung mit kräftiger Muskelanspannung kann den Knochenabbau aufhalten und eine knöcherne Regeneration unterstützen. Idealerweise sind hier gymnastische Übungen mit isometrischen Muskelanspannungen anzuwenden. Zusätzlich ist eine ausreichende Sonnenlichtexposition zur Förderung der für den Knochenstoffwechsel wichtigen Bildung ausreichenden Vitamin-D`s zu empfehlen.
Reicht die körperliche Aktivität nicht mehr aus und ist die Osteoporose bereits fortgeschritten, sollte eine medikamentöse Basistherapie mit einer zusätzlichen Gabe von Vitamin D und Kalzium erfolgen. Abhängig von dem Grad der Osteoporose stehen weitere Medikamente zur Verfügung, die insbesondere den Knochenabbau hemmen. Hierzu zählten die Substanzgruppen der Biphosphonate, Raloxifen und Strontiumranelat. Bei hochgradigen Osteoporoseverlaufsformen stehen noch weitere Substanzformen als Infusionsbehandlungen bzw. als Injektionstherapie zur Verfügung.
Die Osteoporose ist keine leicht zu erkennende Krankheit und wird häufig zu spät diagnostiziert, wenn es bereits zu Brüchen und damit verbundenen kontinuierlichen Schmerzen gekommen ist. Soweit muss es nicht kommen, wenn frühzeitig eine fachärztliche Diagnostik stattfindet.
Ist eine Osteoporose zweifelsfrei erwiesen, muss auch eine effiziente Therapie stattfinden.