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Rotatorenmanschettenruptur

 

Nach exakter Diagnose wird der Eingriff arthroskopisch, d.h. minimalinvasiv oder arthroskopisch assistiert mit kleiner Öffnung des Schultergelenkes, durchgeführt. Das Schultergelenk wird arthroskopisch exakt inspiziert. Begleitende Verletzungen der langen Bizepssehne, die durch das Gelenk hindurch läuft, werden behandelt. Die Bizepssehne wird bei einem Riss oder Teilriss entweder am Ansatz, am Oberarmgelenkpol, durchtrennt und bei körperlich aktiven Patienten ggf. in der knöchernen Rinne wieder angenäht oder nur durchtrennt. Sollte bei jüngeren Patienten der obere Bizepssehnenanker abgerissen sein und das Sehnenmaterial noch gut sein, kann der obere Bizepssehnenankerkomplex mit dem angrenzenden Pfannenband (Slap-Läsion) mit speziellen Ankern arthroskopisch wiederbefestigt werden.

Anschließend wird die Rotatorenmanschette in ihren verschiedenen Sehnenanteilen exakt inspiziert, das Sehnenmaterial geprüft und arthroskopisch festgestellt, inwieweit die Sehne an dem ursprünglichen Ansatz des oberen Anteils des Oberarmkopfes (Rollhügel des Schultergürtels = Tuberculum majus) wiederbefestigt werden kann. Die Sehnenplatte wird dann mobilisiert. Das Schulterdach wird erweitert. Der Schleimbeutel wird zum Teil entfernt. Anschließend wird die Wiederbefestigungsstelle am äußeren Anteil des Oberarmkopfes (Footprint) amgefrischt. Es werden in der Regel ein bis drei Anker eingesetzt und die Sehnenplatte dann über mehrere Zugänge arthroskopisch refixiert oder der Schulterkappenmuskel (Deltamuskel) wird in seinem muskulären Anteil leicht gespalten und der Eingriff wird mit Spezialinstrumentarium in gleicher Weise wie arthroskopisch beendet. Je nach Größe des Defektes ist die Operation zum Teil sehr anspruchsvoll. Auch die Refixation der Sehnenplatte und die Größe des Defektes bestimmen die Nachbehandlung. In der Regel kann die Schulter in einem Bewegungsumfang von Streckung/Beugung 0/0/90° nachbehandelt werden, wobei zunächst assistierte Bewegungen durch die Krankengymnastik durchgeführt werden. Ab der 6. bis 7. Woche sind aktive Bewegungsübungen nach Wiederanheilen der Sehne möglich. Eine begleitende Motorschienenbehandlung ist oft sehr sinnvoll. Der Arm wird einer Schultergelenksschiene gelagert. Anschließend erfolgt noch eine verstärkte Nachbehandlung, auch geräteunterstützt. Insgesamt dauert der Nachbehandlungszeitraum zwischen drei bis sechs Monaten. Überkopfsportarten und Überkopfarbeiten sollten erst nach einem längeren Zeitraum von sechs Monaten wieder durchgeführt werden, nach Möglichkeit noch vermieden werden.



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Orthopädisch-chirurgische Praxisklinik Kassel - Tel: 0561-579 97 00